Gerade wenn wir geschriebenen Text und Sprache zu unserem Spielfeld machen, müssen wir die Sensibilität für Begriffe und Zuschreibungen schärfen.

QUEERES VERLEGEN #2, Edition 2016

Am 26.11.2016 (11–21h) fand im aquarium am Kottbusser Tor die zweite Buchmesse mit Schwerpunkt auf queer-feministischen Publikationen statt.

Unabhängige Verlage, die sich queer-feministischen Inhalten widmen, präsentierten ihre Arbeit. Die Akteur_innen verbindet politisches Engagement, die Bereitschaft zur Positionierung und das Durchhaltevermögen im Veröffentlichen gesellschaftskritischer Texte – oftmals ohne Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg. Den Begriffen „queer“ und „feministisch“ ist ihr politischer Kern nicht zu entreißen.

Queeres Handeln hat viele Ausdrucksweisen – eine davon ist das Publizieren. Ob in Eigenproduktion oder in oft kollektiv organisierten Verlagsformationen wird eine wilde und gute Arbeit gemacht. Die Messe würdigte diese Arbeit und stellt sie einem breiten Publikum vor. Bücherstände präsentierten Publikationen und boten Raum für Vernetzung und Austausch. Parallel dazu fanden in zwei Räumen durchgehend Veranstaltungen statt. Neben Lesungen aus aktuellen Veröffentlichungen behandelten Diskussionen und Gesprächsrunden politische, inhaltliche und alltagspraktische Themen rund ums queer-feministische Publizieren.

  • Die Bedeutung des Archivs – zur Dokumentation queer-politischer Arbeit ·
    Mit: Niki Trauthwein (Lili Elbe Archiv), Roman Klarfeld (FFBIZ+TrIQ), Sabine Balke (Spinnboden), Wolfgang Cortjaens (Schwules* Museum)
    Gespräch: Andreas Pretzel
  • Publizieren in Bewegung/sgeschichte/n ·
    Mit: Ilona Bubeck (Querverlag), Katharina Oguntoye, Ulrike Klöppel, Koray Yılmaz-Günay (Verlag Yılmaz-Günay)
  • Internationales Verleger_innen-Gespräch – Erfahrungsaustausch
    und Visionen aus den verschiedenen politischen Kontexten
    Mit: Aylime Aslı Demir (Kaos GL/Türkei), Bárbara Esmenia (padê editorial / Brasilien)
    Gespräch: Nicole Alecu de Flers (Zaglossus Verlag / Österreich)
  • Übersetzen als politische Praxis – Translators’ Talk
    Mit:  Yıldız Tar (Kaos GL / Türkei), tatiana nascimento (padê editorial / Brasilien)
    Gespräch: Jen Theodor
  • Was ist Queeres Verlegen? – Handlungsfähigkeit und Positionen im publizistischen Alltag
    Mit: Anna Bodenez, WoMANtís RANDom, Julie Lauer
    Gespräch: Elisa Barth
  • Raumschiff Cosinus. Der Bordcomputer hat die Schnauze voll von Tanja Abou (NoNo Verlag)
  • Flora und der Honigkuss von Barbara Müller und Ann-Kathrin Nikolov (Martha Press)
  • Ein schönes Kleid. Roman über eine queere Familie von Jasper Nicolaisen (Querverlag)
  • Who cares? von Sina Holst & Johanna Montanari (The Irksome Institut)
  • {Penetra-fresta} von Bárbara Esmenia (padê editorial)
  • A Hot Temper is its Own Good Romance von Alex Alvina Chamberland
  • Kurzgeschichte zu Asylpolitik von Astrid Wenke
    (Krug & Schadenberg)
  • Sex, Gott und Kapital von Jule Jakob Govrin (edition assemblage)
  • Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht von Jayrôme C. Robinet (w_orten & meer)
  • Afropolitaner Berlin-Roman von SchwarzRund (Zaglossus Verlag)
  • Testo Junkie von Paul B. Preciado (b_books)